KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020

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Aktuell

Aufgrund der aktuellen Gefährdungssituation durch das Coronavirus (SARS-CoV-2) wurden und werden im Land Brandenburg bis voraussichtlich Ende April 2020 alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt. Das betrifft natürlich auch viele Veranstaltungen im Rahmen des Themenjahres »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020« sowie die öffentliche Auftaktveranstaltung des Themenjahres, die für den 23. April 2020 in Tröbitz (Landkreis Elbe-Elster) geplant war.

Die vorübergehende Schließung von Kultureinrichtungen und die Absage öffentlicher Veranstaltungen sind ein herber Schlag für das öffentliche Leben in Brandenburg. Deshalb nutzen wir bei Kulturland Brandenburg die Zeit und bringen Ihnen unsere Projekte nach Hause. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen und seien Sie gespannt auf das, was nach der Krise kommt. In den kommenden Wochen präsentieren wir Ihnen spannende Hintergrundgeschichten, Videobotschaften und Trailer zu den Projekten im ganzen Land.

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Das Themenjahr »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020«

Der 8. Mai 1945 symbolisiert die »Stunde Null« in der Deutschen Geschichte. Aus der individuellen Erfahrung heraus haben die Menschen in Brandenburg diesen Tag gleichermaßen als »Befreiung« und »Katastrophe« erlebt. Denn wie auch sonst sollten die allerorts anzutreffenden massiven Zerstörungen, die schier endlose Zahl der Opfer, das Maß an Verelendung und die Angst vor der sowjetischen Besatzung auf der einen Seite und die Hoffnung auf Frieden, Freiheit und ein Ende des Nationalsozialismus auf der anderen Seite greifbar werden.

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nimmt das Themenjahr »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020« die zeithistorische Phase von 1945 bis heute in den Blick und fragt nach den individuellen Erinnerungen und Erfahrungen der Brandenburger*innen. Das Themenjahr 2020 will zum Diskurs über die historische, erinnerungskulturelle und demokratische Entwicklung der vergangenen 75 Jahre anregen.

Kulturland Brandenburg 2020 lädt die Brandenburger*innen und ihre Gäste ein, das kulturelle Erbe und die kulturelle Vielfalt des Landes, aber auch die Zäsuren und Brüche in dessen Geschichte kennenzulernen. Mit zahlreichen Partnern werden künstlerische und kulturelle Projekte an den Schnittstellen zu Wissenschaft, Tourismus und kultureller Bildung präsentiert, die die Auswirkungen der zeitgeschichtlichen Ereignisse des Jahres 1945 auf Land und Leute betrachten. Sie widmen sich den individuellen Lebensschicksalen, den Hinterlassenschaften des Krieges und dem, durch die politischen Neuordnungen bedingten, gesellschaftlichen Wandel in der brandenburgischen Geschichte.

Kulturland Brandenburg 2020 folgt damit der Initiative der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die mit dem Ausstellungsprojekt »Potsdamer Konferenz 1945 – die Neuordnung der Welt« im Schloß Cecilienhof die bis heute spürbaren Auswirkungen der aus der Potsdamer Konferenz resultierenden Nachkriegsordnung vermitteln wird. Denn der Zweite Weltkrieg hat Europa nachhaltig geprägt.

Eine Programmübersicht finden Sie in unserem Onlinekalender unter »Programm« oder im Jahresprogramm »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg«.

Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg

Das Foto zeigt die Eingangstür zum ehemaligen Zechenhaus im Museumspark Rüdersdorf. Links und rechts von der Tür sind Werkarbeiter zu sehen.

Ehemaliges Zechenhaus, Museumspark Rüdersdorf bei Berlin, Foto: Frank Gaudlitz/frank-gaudlitz.de © Kulturland Brandenburg

Die Ausschreibung zum Themenjahr Kulturland Brandenburg 2021 ist online.
Projekteinreichungen sind bis zum 15. Juni 2020 möglich.

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Kulturland Brandenburg wird 2021 die Industriekultur in den Fokus der Landeskultur rücken. Angesichts andauernder Transformationsprozesse in den industriell geprägten Regionen und Städten des Landes benötigt die Industriekultur neue Impulse für die Herausforderungen der Zukunft. Erforderlich ist eine erweiterte Auseinandersetzung mit Industriekultur und damit eine Justierung, die vor allem zwischen der industriellen Vergangenheit und ihrer Zukunft vermittelt.

Die unmittelbare Erfahrbarkeit der Industrie als Alltagsphänomen ist auch in Brandenburg durch die räumliche Entmischung von Stadtfunktionen, die Verlagerung von Produktionsstätten, die Automatisierung und die zunehmende Digitalisierung von Arbeitsprozessen immer weniger gegeben. Deshalb erscheint es geboten, Industriekultur heute verstärkt in ihren komplexen Wechselwirkungen zu sehen und das kulturelle Selbstbild des industriellen Brandenburgs zu erneuern. So könnte das Konzept der Industriekultur hier sinnvolles und wegweisendes politisches, gesellschaftliches und baukulturelles Handlungsfeld werden.

Der Versuch eines Industriekultur-Updates bedeutet einen Richtungswechsel, bei dem Industriekultur nicht länger nur als erhaltungsbemühter Rückblick, sondern ebenso als industrielle Zukunftsperspektive verstanden wird. Damit soll die beachtenswerte Leistung derer nicht in Frage gestellt werden, die die Spuren der vergangenen Industrialisierung, das baukulturelle sowie das immaterielle Kulturerbe der Industrie bis heute erhalten und im öffentlichen Bewusstsein gehalten haben. Die vielen noch bestehenden Bergbaugroßgeräte, Textil-, Papier- und Tuchfabriken, Tagebaue, Ziegeleien, Kraftzentralen oder Bahnanlagen der letzten 200 Jahre sind lebendige Zeugnisse brandenburgischer Industriegeschichte.

In Zukunft wird es jedoch verstärkt darum gehen, Industriekultur als Teil der industriellen Gegenwart zu verankern. Die Industriekultur muss in Brandenburg stärker auf den aktuellen Kulturdiskurs und in gleicher Weise auf die gegenwärtige industrielle Entwicklung bezogen werden. Nur so kann sie auch an gesellschaftlicher Gegenwartsrelevanz gewinnen. Grundlegend dafür ist eine Perspektivänderung, bei der die industrielle Entwicklung nicht als historisch abgeschlossener, sondern als aktueller und zukunftsweisender Prozess verstanden wird.

Um dies zu erreichen, soll 2021 der Diskurs zu einer neuen Industriekultur, zu einer Kultur unserer industriellen Gegenwart, befördert werden. Es gilt, neue Wege der Industriekultur in Brandenburg durch zukunftsweisende, auch überraschende Projekte im ganzen Bundesland zu erproben. Als die Dachmarke für kulturelle Vielfalt wird Kulturland Brandenburg Industriekultur in Partnerschaft mit künstlerischen und kulturellen Projekten im Kontext von Wissenschaft, Tourismus und kultureller Bildung weiterdenken. Das Thema für das Jahr 2021 lautet im Arbeitstitel »Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg« und schlägt damit den Bogen in das Themenjahr »Stationen der Industriekultur« aus dem Jahr 2000. Hierbei gilt es zu fragen, inwieweit die vergangenen 20 Jahre der Industriekultur auch Antworten auf die kulturellen sowie gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft ermöglichten.

Das Themenjahr Kulturland Brandenburg 2021 »Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg« (AT) führt den konzeptionellen Ansatz der vorhergehenden Themenjahre fort, jährlich unter einem anderen Schwerpunkt zu Entdeckungen in das Land Brandenburg einzuladen, um das kulturelle Erbe und die kulturelle Vielfalt der Region, aber auch die Zäsuren und Brüche in der brandenburgischen Geschichte sichtbar werden zu lassen. So geht es einerseits um eine klare Akzentuierung thematischer und regionaler Schwerpunktsetzungen, aber andererseits auch darum, ein dezentrales Konzept zu verfolgen, das es ebenso kleineren Initiativen und Einrichtungen ermöglicht, als Baustein einer Dachmarke qualifiziert, kommuniziert und vermarktet zu werden.

Im Sinne einer zeitnahen Projektplanung bitten wir Sie, Projektideen bis spätestens zum 15. Juni 2020 in der Geschäftsstelle der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg, Brigitte Faber-Schmidt, Schloßstr. 12, 14467 Potsdam, oder per Mail an: b.faber@kulturland-brandenburg.de einzureichen. Noch einige praktische Hinweise:
– Bitte reichen Sie eine kurze Projektskizze mit dem Konzept Ihres Projektes sowie erste Eckdaten Ihres Kosten- und Finanzierungsplans (bestehend aus den Gesamtkosten, der gewünschten Fördersumme, evtl. Eigenanteilen und/ oder angestrebten bzw. beantragten Ko-Finanzierungen) ein.
– Über Kulturland Brandenburg können bis zu 50% der zuwendungsfähigen Gesamtkosten gefördert werden.

Die komplette Ausschreibung und das Konzept zum Themenjahr Kulturland Brandenburg 2021 »Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg« finden Sie unter diesem Link.

Kulturland Brandenburg startet eine neue Webserie: Kulturland entdecken!

In der ersten Folge geht es um das Themenjahr 2020 »Krieg und Frieden« und die Corona-Krise.

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Jedes Jahr lädt Kulturland Brandenburg alle Brandenburger*innen und ihre Gäste ein, das kulturelle Erbe und die kulturelle Vielfalt des Landes, aber auch die Zäsuren und Brüche in der Geschichte der Region kennenzulernen. In diesem Jahr heißt das Thema »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020«. Die lebendige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist auch 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Grundpfeiler einer demokratischen Gegenwart und Zukunft. Welche Erinnerungskultur wollen wir pflegen? Welche Erinnerungen können wir erhalten, wenn die letzten Augenzeugen ihre Erfahrungen nicht mehr teilen können? Was wollen wir der jungen Generation mit auf den Weg geben?

Aufgrund der aktuellen Gefährdungssituation durch das Coronavirus (SARS-CoV-2) wurden bis Ende April und zum Teil darüber hinaus öffentliche Veranstaltungen abgesagt und Kultureinrichtungen für den Besucherverkehr geschlossen. Das betrifft natürlich auch das Themenjahr »KRIEG und FRIEDEN« sowie die öffentliche Auftaktveranstaltung des Themenjahres, die für den 23. April 2020 in Tröbitz (Landkreis Elbe-Elster) geplant war. Momentan bleiben viele Menschen Zuhause. Für die Kultur ist das ein herber Schlag, nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Deshalb arbeiten wir bei Kulturland Brandenburg mit unseren Projektpartnern an neuen digitalen Wegen, um Sie auch während der Corona-Pandemie zu Entdeckungen ins Land einzuladen.

»Kulturland entdecken« ist die neue Webserie von Kulturland Brandenburg. Zukünftig präsentieren wir auf unserer Website, unserem YouTube-Kanal, auf Facebook und Instagram spannende Hintergrundgeschichten, Videobotschaften und Trailer zu den Kulturland-Projekten, zum Themenjahr und vielem mehr im ganzen Land.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges im Oderbruch

Russischer Panzer auf einem Podest, davor Blumenkränze, die an die Opfer des Krieges erinnern

Das Panzerdenkmal in Kienitz © Letschiner Heimatstuben

Am 8. Februar 2020 erinnerten die Letschiner Heimatstuben mit einer Veranstaltung in Kienitz, dem Ort des ersten sowjetischen Brückenkopfes westlich der Oder, an die Kämpfe vor 75 Jahren im Oderbruch.

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Am 31. Januar 1945 erreichte die Rote Armee das westliche Ufer der Oder und errichtete nahe dem Ort Kienitz einen ersten Brückenkopf auf dem heutigen Gebiet des Landes Brandenburg. Um nicht zwischen die Fronten zu geraten, floh die Kienitzer Bevölkerung über den gefrorenen Fluss in Richtung Osten. Im Laufe der nächsten Wochen baute die Rote Armee den Brückenkopf aus, um eine Großoffensive auf die Reichshauptstadt Berlin zu starten. Die Kämpfe um Kienitz und das Küstriner Vorland dauerten Wochen, mehr als 80% des Dorfes wurden zerstört. Zehntausende Soldaten starben auf beiden Seiten bei den Kämpfen im Oderbruch. Heute erinnert ein sowjetischer Panzer in Kienitz an die Opfer des Zweiten Weltkrieges.

Die Letschiner Heimatstuben haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die Opfer des vom Nationalsozialismus initiierten Eroberungs- und Vernichtungskrieges wachzuhalten. 75 Jahre nach der Eröffnung des ersten sowjetischen Brückenkopfes westlich der Oder luden die Initiatoren zur Besichtigung des historischen Ortes und zu Gesprächen mit Zeitzeugen ein. Der Militärhistoriker Gerd-Ulrich Herrmann berichtete im Anschluss von der Tragweite des Kienitzer Brückenkopfes, den Kämpfen und den Folgen des Zweiten Weltkrieges im Oderbruch.

Termin 8. Februar 2020, 14 Uhr
Ort Gasthof zum Hafen, Deichweg 20, 15324 Letschin OT Kienitz